Vorsicht bei allzu verlockenden Angeboten!

Sie haben im B-to-B-Geschäft, zum Beispiel als Installationsbetrieb, unverhofft ein sehr attraktives Angebot einer Ihnen noch unbekannten Firma per Mail oder Fax bekommen?

Prüfen Sie das Angebot und den Anbieter genau anhand der unten stehenden Liste. Bereits an wenigen Hinweisen können Sie erkennen, ob die Offerte womöglich unseriös ist und der Anbieter Betrugsabsichten hegt:

  • Gesuchte Markenmodule werden deutlich unter den aktuellen Marktpreisen angeboten. (Preisvergleiche können Sie als Installationsbetrieb schnell und einfach bei pvXchange.de anstellen)
  • Die anbietende Firma wurde erst vor einigen Monaten gegründet oder ist erst seit kurzem im Photovoltaik-Bereich aktiv.
  • Der Lieferant hat keine Referenzen in der Branche.
  • Der Ansprechpartner beim Lieferanten ist telefonisch nie oder so gut wie nie erreichbar. Es existiert nur eine Handynummer.
  • Der eigentliche Unternehmenszweck der Firma ist nicht der Handel mit Solarkomponenten bzw. hat keinen Solarbezug.
  • Der Lieferant kann wenig technische Details über die Ware nennen bzw. kann Datenblätter erst nach Rücksprache mit seinem Vorlieferanten zur Verfügung stellen.
  • In der Auftragsbestätigung finden sich falsche Fachbegriffe oder Modulbezeichnungen, die ein Profi nie verwenden würde. Zahlreiche Schreibfehler können ebenfalls ein Zeichen von mangelnder Sorgfalt und fehlendem Sachverstand sein.
    (Bsp.: 'Flaschliste' statt 'Flash-Liste' bzw. 'Flasher-Liste', wie es korrekt heißen müsste).
  • Ein Treffen in den Geschäftsräumen des Händlers ist nicht möglich.
  • Die Ware sei angeblich bereits am Ort XY gelagert, darf aber nicht besichtigt werden.
  • Der Lieferant sträubt sich gegen den Versand der Lieferpapiere oder Kopien davon.
  • Der Händler weist Sie darauf hin, dass die Seriennummern eines Markenherstellers nicht an die europäische Niederlassung des Herstellers gegeben werden dürfen (Achtung: Graumarktware!).
  • Die Module müssen schnell und per Vorauskasse bezahlt werden, da der Anbieter sonst den Zugriff auf die Ware verliert.
  • Die Zahlungsbedingungen sind nicht sicher, da z.B. die Vorkasse lange vor Lieferung der Ware verlangt wird oder ein verkürzter Zahlungsweg direkt an den ersten Lieferanten in der Kette verweigert wird.
  • Die Zahlungsabwicklung über ein unabhängiges, neutrales Treuhandkonto ist nicht möglich

Aktuelle Hinweise für Endkunden

(Stand Herbst/Winter 2009) Auf verschiedenen Vertriebswegen wird zum Beispiel gegenwärtig mit "besonders innovativen" Modulen der neuesten Technologie geworben. Seien Sie insbesondere bei fast marktunbekannten Modulen, die gleichzeitig höchste deutsche Qualität versprechen sollen, extrem skeptisch. Es spricht grundsätzlich wenig dafür, daß ein neuer Hersteller ein innovatives Modul mit untypisch hohen Wirkungsgrad produzieren kann.

Im Frühjahr haben Sie die freie Auswahl und bekommen bewährte Komponentenqualität zu akzeptablen Preisen. Aufgrund der EEG-Vergütung ist es für Sie als Endkunden wichtig, daß die Module über mindestens 20 Jahre einen relativ konstanten Ertrag liefern und während der Gesamtlaufzeit nur wenig an Leistung verlieren.

Zu optimistische Renditen machen skeptisch

Seien Sie grundsätzlich vorsichtig bei besonders optimistischen Gewinnversprechen, die pauschal nach acht oder zehn Jahren eine finanzielle Amortisation versprechen. Auch bei Produktaussagen, die zum Beispiel bei einer 5 kWp-Anlage aufgrund der "besonderen Leistungskurve im Prinzip" eine deutlich höhere kWp-Nennleistung in Aussicht stellen und "ohne Gewähr" eine entsprechend hohe Ertragsprognose prognostizieren, ist höchste Skepsis angebracht.

Dies gilt insbesondere auch bei Finanzierungsmodellen, bei denen Sie komplette Anlagen kaufen und gleich wieder an den Anlagenbauer zurückvermieten. Die darin versprochen Renditen-Modelle basieren auf viel zu hohen Ertragsprognosen und unrealistischen Rahmenbedinungen bezüglich dem Betrieb einer Solaranlage. Die dort angebotenen Solarmodule sind in der Regel von einfachster Qualität und werden den Anforderungen auf 20 Jahre sicherlich oftmals nicht gerecht. Diese Finanzmodelle sind zudem häufig mit anderen Geldanlage-Formen verbunden, die eine Transparenz ihrer Einlagen gänzlich erschwert.

Ein seriöser und langfristig orientierter Installationsbetrieb hält im Vertrieb nichts von extremen Versprechungen, denn Kundenenttäuschungen behindern eine langfristige Geschäftsgrundlage und erschweren einen guten Ruf. Pauschale Aussagen zum kWh-Ertrag pro kWp sind nicht zu treffen, denn der tatsächliche Ertrag ist von vielen Faktoren abhängig. Man sollte selbst in Bestlagen und optimalen Rahmenbedingungen (gute Dachausrichtung, hochwertige Komponentenauswahl, gute Abstimmung zwischen Modul und Wechselrichter etc.) grundsätzlich nicht mit Ertragsprognosen von langfristig deutlich über 1000 kWh/a pro kWp arbeiten.

Kalkulieren Sie grundsätzlich Ihr "Sonnengeld" eher vorsichtig und lassen sich dann lieber positiv überraschen.

Höhere Vorkasse bleibt für Endkunden ungewöhnlich

Eine höhere Vorkasse (mehrere Wochen vor Lieferung) bleibt für Endkunden in der Solarbranche beim "Installationsbetrieb des Vertrauens" unüblich und sollte grundsätzlich auch vermieden werden. Eine höhere Vorkasse erscheint unnötig. Eine geringe Vorkasse (unmittelbar vor Lieferung) und die Bezahlung des deutlich größeren Restanteils bei Lieferung bzw. Installation ist mittlerweile auch bei Endkunden nicht mehr völlig ungewöhnlich. Die Vorkasse sollte aber nur gegen entsprechende Sicherheiten oder/und guter Kenntnis des Betriebes erfolgen.

Im Zweifelsfall melden Sie uns Ihre Bedenken als Installationsbetrieb oder Endkunde -wir beraten Sie gerne und registrieren alle Betrugsversuche. Wir führen eine umfangreiche Firmendatenbank, in der Informationen gespeichert werden - positive wie negative.

Das Aktionsbündnis gegen Solarbetrug steht für Transparenz ein, damit Schwarze Schafe in der Branche kaum eine Zukunft haben.